Wir brauchen die besten Schulen für unsere Kinder in Gelsenkirchen

Rede unseres Stadtverordneten und OB-Kandidaten David Fischer zum TOP 2 „Schul- und Bildungsentwicklung in Gelsenkirchen” in der Ratssitzung am 25.06.2020.
Es gilt das gesprochene Wort:

Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete, sehr geehrte Mehrheitsfraktion!

 

„Es ist niemals zu spät, vernünftig und weise zu werden; es ist aber jederzeit schwerer – wenn die Einsicht spät kommt – sie in Gang zu bringen!“

Diesen philosophischen Beitrag hat uns Immanuel Kant hinterlassen.

Weniger philosophisch – sondern vielmehr polemisch und diffamierend – ist unsere Mehrheitsfraktion – die SPD – in den letzten Jahren, Monaten, Wochen und sogar Tagen mit den GRÜNEN und mir als bildungspolitischen Sprecher der Ratsfraktion umgegangen, wenn es um wegweisende Entscheidungen zur Schulentwicklung und Bildungslandschaft in Gelsenkirchen ging.

 

Und ich bin mir fast sicher, dass sich dieser anstandslose Stil von Ihnen auch heute fortsetzen wird.

 

Dennoch – in der Sache haben die Eltern, ihre Kinder und wir GRÜNEN in Gelsenkirchen Recht behalten.

 

Wir bekommen nicht nur die von uns seit vielen Jahren geforderte weitere Gesamtschule im Gelsenkirchener Süden.

 

Wir bekommen sogar ZWEI! neue Gesamtschulen.

 

Alle hier im Saal, die 2017 und 2018 dabei waren, erinnern sich noch, dass wir GRÜNE heftig von der Mehrheitsfraktion SPD attackiert wurden, als wir uns deutlich gegen die Errichtung der Sekundarschule positionierten.

 

Im Jahre 2020 präsentiert die SPD ihr neues Baby „Gesamtschule am Schalker Verein“ in einem Internetvideo, als ob sie alleinverantwortlich für den Erfolg dieses Projektes sei.

 

Und vergessen ist die jahrelange Ignoranz des Elternwillens und der Polemik zu unserer GRÜNEN Forderung nach einer weiteren Gesamtschule im Süden der Stadt.

 

Immerhin hatte sich bei der Zustimmung zu unserem Haushaltsprüfauftrag im letzten Herbst – ein Kostenbudget für die Umplanung der Sekundarschule in eine Gesamtschule zu ermitteln – angedeutet, dass die SPD zur Vernunft kommt.

 

Letztlich blieb der SPD auch gar keine andere Wahl!

 

Denn die Ergebnisse des vorliegenden Schulgutachtens und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen belegen eindeutig, dass wir GRÜNE mit unserer Forderung stets richtig lagen.

 

Dass nun nicht ausschließlich die 300 bis 400 Anmeldeüberhänge der letzten Jahre dafür sorgen, dass eine zweite zusätzliche Gesamtschule im Süden benötigt wird, ist aufgrund der erfreulich steigenden Geburtenrate und der Zugewanderten in Gelsenkirchen für alle offensichtlich geworden.

 

Als GRÜNE in Gelsenkirchen haben wir den ideologischen Streit um Schulformen auf der Landesebene nie in unserer Stadt praktiziert.

 

Deshalb sind unsere maßgeblichsten Kriterien Bildungsgerechtigkeit und Elternwille.

 

Wird demnach Schulformvielfalt in Gelsenkirchen gebraucht, so unterstützen wir diese auch.

 

Insofern freuen wir uns sehr, dass Gelsenkirchen neben drei neuen, vierzügigen Grundschulen auch zwei neue Gesamtschulen bekommen wird.

 

Äußerst wichtig ist uns als GRÜNE Ratsfraktion jedoch auch, dass die bestehenden und teilweise stark sanierungsbedürftigen Schulen in Gelsenkirchen bei der Anmeldegunst nicht abgehängt werden.

 

Gerade die Stärkung der Gesamtschule Berger Feld und mit wenigen Jahren Verzögerung auch die Gesamtschule Ückendorf dürfen bei aller Euphorie nicht noch weiter vernachlässigt werden.

 

Dies bestätigt auch das vorliegende Schulgutachten.

 

Deshalb haben wir dazu passende Anträge der CDU-Ratsfraktion im Ausschuss für Bildung auch gerne unterstützt.

 

Leider hat die noch absolute Mehrheit der SPD mal wieder für einen Eklat gesorgt, indem Sie die Anträge der CDU von der Tagesordnung abgesetzt hat.

 

Hochnotpeinlich – wenn man bedenkt, wie dringend beispielsweise die Fenstersanierungen an der Gesamtschule Berger Feld sind.

 

Wir als GRÜNE Ratsfraktion sagen deshalb noch einmal ganz deutlich:

 

Wir brauchen die besten Schulen für unsere Kinder in Gelsenkirchen!

 

Insofern muss sich in gleichem Maße wie sich die Schulneubauten entwickeln, auch der Sanierungsstau an den Bestandsschulen abbauen.

 

Die Resolution zur Lehrkräfteversorgung, die wir im Rat einstimmig verabschiedet haben, bleibt nicht nur wirkungslos, wenn das Land untätig bleibt.

 

Die Arbeitsplätze für Lehrkräfte in Gelsenkirchen werden auch durch eine ansprechende Gebäudesituation und -ausstattung attraktiver.

 

Deshalb benötigen wir in naher Zukunft unbedingt zu den Einzelmaßnahmen, die wir heute beschließen, ein Instrument zur kriteriengeleiteten Maßnahmensteuerung der Schulentwicklung, welches dann als politische Entscheidungsgrundlage in eine Prioritätenliste mündet.

 

Heute allerdings freuen wir uns mit allen Befürworterinnen und Befürwortern über den bereits getroffenen und die anstehenden Beschlüsse zur Schul- und Bildungsentwicklung in Gelsenkirchen.

 

Deshalb werden wir als GRÜNE Ratsfraktion mit voller Überzeugung diesen Beschlussvorschlägen zustimmen.

Herzlichen Dank!

 

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