GRÜNE starten mit Zuversicht in den Kommunalwahlkampf

Am 17.07. haben die GRÜNEN Gelsenkirchen ihre Kampagne zur Kommunalwahl gegenüber der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben den vier inhaltlichen Schwerpunkten präsentierten Oberbürgermeisterkandidat David Fischer, Spitzenkandidaten Adrianna Gorczyk und Peter Tertocha sowie die 20-jährige Stadtratskandidatin Franziska Schwinge auch das “Green-Mobil”: einen elektrisch betriebenen Klein-Transporter, der in den nächsten Wochen für die Grünen werben soll. “Uns ist es wichtig, auch unseren Wahlkampf möglichst ressourcenschonend zu gestalten”, erläutert Adrianna Gorczyk.
Ziel der GRÜNEN ist es, ein deutlich zweistelliges Ergebnis bei der Kommunalwahl am 13. September zu erreichen und die absolute Mehrheit einer Partei zu verhindern. “Wenn Transparenz und offene Diskussionen fehlen, tut das der Demokratie nicht gut”, schließt Fraktionsvorsitzender Peter Tertocha aus der 11-jährigen Alleinherrschaft der SPD. ” Die Menschen in Gelsenkirchen müssen auch konkrete Entscheidungen treffen können. Deshalb setzen wir uns für eine Bürgerbeteiligung von Anfang an ein und auch Bürgerentscheide würden unserer Stadt richtig guttun.” Natürlich stehe man für eine Koalition mit anderen demokratischen Parteien in Gelsenkirchen bereit, mache dies aber abhängig von den politischen Zielen der anderen Parteien und der Bereitschaft, gemeinsam auch grüne Ziele in der Stadt zeitnah umzusetzen.
Im Bildungsbereich fordern die GRÜNEN, dass die zu planenden Schulneubauten, Erweiterungen und Sanierungen ökologisch und pädagogisch nachhaltig gestaltet werden. “Dazu ist ein Gesamtkonzept erforderlich, welches nicht nur die Schullandschaft, sondern die ganze Stadtgesellschaft nachhaltig und zukunftsorientiert entwickelt”, führt Oberbürgermeisterkandidat David Fischer aus. Ziel müsse es sein, dass alle Bildungseinrichtungen in der Stadt Inklusion umsetzen. Dazu zählen unter anderem ausreichend Räume für differenziertes Lernen und als Rückzugsmöglichkeiten sowie Barrierefreiheit und behindertengerechte Toiletten. 
Darüber hinaus wollen die GRÜNEN die Hochschullandschaft in Gelsenkirchen ausbauen. Zusätzlich zu der bereits bestehenden Westfälischen Hochschule (WHS) und der Hochschule für Polizei und Verwaltung soll ein wissenschaftliches Forschungsinstitut nach Gelsenkirchen geholt und eine Außenstelle einer benachbarten Universität in Gelsenkirchen gegründet werden. “Der Idee einer hier ansässigen Emscher-Universität stehen wir grundsätzlich nicht abgeneigt gegenüber. Zuerst gilt es aber den bereits existierenden Standort der WHS zu stärken, damit sie ihr Potenzial als Innovationsmotor für die Stadt ausschöpfen kann”, legt David Fischer nahe.
Dazu gehöre z.B. eine bessere Anbindung der WHS an das ÖPNV-Netz, was neben der Verlängerung der Straßenbahnlinie 302 von Buer nach Hassel sowie dem Ringschluss der 301 von Horst in die Gelsenkirchener City eine zentrale Forderung der GRÜNEN im Themenfeld Mobilität darstellt. Grundsätzlich müsse die Taktung von Bus und Bahn, vor allem am Wochenende und in den Abendstunden, verbessert werden. “Den größten Nachholbedarf sehen wir aber beim Radverkehr. Hier muss das lückenhafte Netz endlich geschlossen und eine alltagstaugliche und sichere Direktverbindung von Nord nach Süd geschaffen werden”, schildert Adrianna Gorczyk und fordert darüber hinaus ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof. 
Als jüngste grüne Kandidatin stellt Franziska Schwinge Themen ihrer Generation in den Vordergrund, zu denen auch der Klimaschutz gehört: “Auch in Gelsenkirchen erleben wir den Klimawandel hautnah, z.B. anhand von Hitzeinseln. Deshalb wird eine ökologische Stadtentwicklung, die mehr Durchgrünung und konkrete Maßnahmen zur Energiewende anstrebt, immer wichtiger.” Die Grüne Jugend treibe aber auch das Kneipensterben in Gelsenkirchen um. “Eine Stadt muss Lebendigkeit ausstrahlen, um für junge Menschen attraktiv zu sein. Mit der Sperrung von Parkplätzen und Straßen für Außengastronomie könnten wir die lokale Ausgehkultur stärken und gleichzeitig mehr Lebensqualität in den Innenstädten schaffen”, ist sich die Psychologie-Studentin sicher. Dazu gehöre auch ein eigenes Kino im Stadtsüden.

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