Grüne fordern klimafreundliche Paketzustellung – Mikro-Depots und Lastenfahrräder entlasten Wohnviertel vom Lkw-Verkehr

Um die Belastungen durch Paketzustellverkehre in den Wohnvierteln zu reduzieren, fordern Mirco Kranefeld, verkehrspolitischer Sprecher, und Birgit Wehrhöfer, die gesundheitspolitische Sprecherin der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, am Rande der vier Zentren in Gelsenkirchen (Altstadt, Buer, Horst, Erle) Mikro-Depots für Paketdienstleister einzurichten. Von dort aus können die Paketdienste die Sendungen auf der letzten Zustellmeile mit elektrisch unterstützten Lastenrädern oder anderen klimafreundlichen Verkehrsmitteln zu den Empfängern bringen.
Mirco Kranefeld: „Wir wollen den Pakettransport zwischen den größeren Logistikzentren am Rande der Stadt und den städtischen Zentren umwelt- und klimafreundlich gestalten. Lasten-E-Bikes und Elektrofahrzeuge können dabei eine spürbare Entlastung bringen.“
Wirtschaftsförderung und Stadtplanung sollten zügig in den Dialog mit der Industrie- und Handelskammer sowie den Kurier-, Express- und Paket-Dienstleistern treten und gemeinsam überlegen, welche Standorte geeignet sein können.
„Durch die Einrichtung von Mikro-Depots und den Einsatz umweltfreundlicher Lastenfahrräder verbessern wir nicht nur das Stadtklima, sondern tun auch etwas für die Gesundheit der Menschen, die in den Innenstädten wohnen“, ergänzt Birgit Wehrhöfer. Denn die Schadstoffe aus LKWs mit Verbrennungsmotoren schädigen insbesondere Atemwege und Lunge.
Die grünen Kommunalpolitiker stellen fest, dass die Corona-Krise aktuell zu einem erhöhten Paketaufkommen führt. „Paketzusteller fahren noch häufiger als sonst in die Wohnviertel, um Pakete abzuliefern. Aber auch in Vor-Corona-Zeiten hat die Zahl der Pakete, die jeden Tag zugestellt werden müssen, stetig zugenommen“, beschreibt Kranefeld die Situation.
Dabei kommen häufig Transporter und LKWs zum Einsatz, die Kohlendioxid und Stickstoffoxide ausstoßen sowie die Feinstaub-Belastung erhöhen. Diese Emissionen schaden dem Klima und verursachen gesundheitliche Belastungen, geben die beiden Bündnisgrünen zu bedenken. „Außerdem finden die Zusteller oft keinen Parkplatz und halten auf der Straße“, so Kranefeld.
Einige Zusteller wie beispielsweise DHL setzen teilweise bereits elektrisch angetriebene Streetscooter-Lieferwagen ein. Dies gilt aber noch nicht für den gesamten Zustellverkehr. Dies müsse sich nach Meinung der Grünen dringend ändern.

Hintergrund:

Mikro-Depots sind Orte für den Umschlag von Transportgütern, wie z. B. Paketen, in dicht besiedelten Zustellgebieten mit hohem Sendungsaufkommen. Sie ermöglichen ein gesichertes Abstellen von Lastenrädern, Kleinstfahrzeugen oder sonstigen Transporthilfen. Sie ergänzen das bestehende Logistiknetzwerk eines Dienstleisters und die „letzte Meile“ wird verkürzt – eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz von alternativen Fahrzeugkonzepten. Sie sind Startpunkt für die stadtverträgliche und ressourcenschonende Zustellung und haben einen Flächenbedarf von etwa 250 Quadratmetern.
Mikro-Depots werden bereits in einigen Städten erprobt. In Dortmund gibt es konkrete Planungen zur Einrichtung eines Mikro-Depots am Ostwall ab 2021.

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