Denkmäler im Stadtsüden – GRÜNE prangern Vernachlässigung an

Die GRÜNEN im Stadtsüden wollen den schlechten Zustand der denkmalgeschützten Gebäude, wie des
Haus Leithe und der St. Mariä Himmelfahrt-Kirche, nicht länger hinnehmen. „Es kann nicht sein, dass
Woche für Woche das Bergmannserbe beschworen und das Steigerlied auf Schalke gesungen wird und
gleichzeitig Baudenkmäler in Gelsenkirchen durch Untätigkeit verrotten“, kritisiert der
Bezirksverordnete Jan Philip Schaaf.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Mabel-Mara Platz hat er das Thema schon mehrfach in die
Bezirksvertretung Süd eingebracht. Besonders besorgniserregend ist für die GRÜNEN dabei der
Vandalismus, daher fordern sie eine bessere Absicherung der Gebäude durch die Verwaltung. „Seit
zehn Jahren steht Haus Leithe leer. Seitdem kommt es regelmäßig zu Einbrüchen und Vandalismus.
2019 stand ein Teil des Torhauses in Flammen. Trotz allem bleibt die Verwaltung untätig, spielt die
Gefahren für das alte Rittergut herunter und ordnet gegenüber dem Eigentümer keine Sicherungsund
Erhaltungsinvestitionen an“ bemängelt Marc Nüßen, Anwohner und grünes Mitglied; und Platz
ergänzt: „Ich bedaure, dass diese Denkmäler schon so lange leer stehen und wegen mangelnder
Sicherung immer wieder Opfer von Vandalismus werden. Es ist traurig, dass es politisch immer wieder
zum Thema wird, aber bis jetzt kein konkreter Lösungsvorschlag kam“. Sie hatte auch die Absicherung
der St. Mariä Himmelfahrt Kirche in Rotthausen nach dem Brand im Gebäude im Ausschuss für
Ordnung, Prävention und Verbraucherschutz zum Thema gemacht.

Nicht nur die Instandhaltung, sondern auch die Unterschutzstellung weiterer Gebäude werden von den
GRÜNEN vor Ort unterstützt. Das neueste Projekt ist hier der alte Bahnhof Gelsenkirchen-
Wattenscheid in Ückendorf, der sich für eine Gastronomie und Radstation durch seine Lage am neuen
Radschnellweg 1 bestens eignen würde und dessen Unterschutzstellung vom Heimatbund kürzlich
beantragt wurde.

Einig sind sich die GRÜNEN, dass die Denkmäler wichtige Identifikationsobjekte für den Stadtteil
darstellen: „Viele Menschen im Gelsenkirchener Süden fühlen sich vor allem mit dem alten Haus
Leithe verbunden und sind enttäuscht, dass es kein Vorankommen gibt“, erläutert Platz und Schaaf
fügt hinzu: „Gelsenkirchen hat eine reichhaltige Industrie-Geschichte und braucht verbindende
Elemente für eine heterogene Stadtgesellschaft. Wenn das hier nicht Ruhrgebiet atmet, was denn
dann?“

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